GlasformerIn und GlasveredlerIn - Schwerpunkt Glasmacherei

Berufsbereiche: Bergbau, Rohstoffe, Glas, Keramik, Stein / Medien, Grafik, Design, Druck, Kunst, Kunsthandwerk
Ausbildungsform: Lehre
Lehrzeit: 3 Jahre. ∅ Einstiegsgehalt: € 2.690,- bis € 3.370,- *
* Die Gehaltsangaben entsprechen den Bruttogehältern bzw Bruttolöhnen beim Berufseinstieg. Achtung: meist beziehen sich die Angaben jedoch auf ein Berufsbündel und nicht nur auf den einen gesuchten Beruf. Datengrundlage sind die entsprechenden Mindestgehälter in den Kollektivverträgen (Stand: 2025). Eine Übersicht über alle Einstiegsgehälter finden Sie unter www.gehaltskompass.at. Die Mindest-Löhne und Mindest-Gehälter sind in den Branchen-Kollektivverträgen geregelt. Die aktuellen kollektivvertraglichen Lohn- und Gehaltstafeln finden Sie in den Kollektivvertrags-Datenbanken des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB) und der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ).

Hinweis

Ältere Berufsbezeichnungen:

  • GlasbläserIn und GlasinstrumentenerzeugerIn;
  • GlasmacherIn
  • HohlglasveredlerIn - Glasmalerei
  • HohlglasveredlerIn - Gravur
  • HohlglasveredlerIn - Kugeln

 

Der Lehrberuf "GlasformerIn und GlasveredlerIn" mit seinen 4 Schwerpunkten "Glasbläserei", "Glasmacherei", "Glasmalerei" und "Glasschliff und Glasgravur" ersetzt seit 1. Juli 2026 folgende Vorläufer-Lehrberufe: "GlasbläserIn und GlasinstrumentenerzeugerIn", "GlasmacherIn", "HohlglasveredlerIn - Glasmalerei", "HohlglasveredlerIn - Gravur" und "HohlglasveredlerIn - Kugeln".

Lehrlinge der Vorläuferlehrberufe müssen nach der alten Ausbildungsordnung weiter ausgebildet werden und können bis ein Jahr nach Ablauf der vereinbarten Lehrzeit zur Lehrabschlussprüfung nach der alten Prüfungsordnung antreten. Dies trifft auch für Lehrlinge zu, deren vereinbarte Lehrzeit in einem der neuen Lehrberufe/Ausbildungsordnungen bereits vor dem 1. Juli 2027 endet (z.B. wegen Anrechnung von Lehr-/Ausbildungszeiten). Wenn die Lehre in einem der auslaufenden Lehrberufe unterbrochen wurde und später dann nach der neuen Ausbildungsordnung fortgesetzt wird, wird die bereits absolvierte Lehrzeit auf den entsprechenden Schwerpunkt voll angerechnet.

Personen, welche die Lehrabschlussprüfung in einem der Vorläufer-Lehrberuf abgelegt haben, dürfen die folgenden neuen Berufsbezeichnungen führen:

LehrabschlussprüfungBerufsbezeichnung
  • GlasbläserIn und GlasinstrumentenerzeugerIn

GlasformerIn und GlasveredlerIn - Schwerpunkt Glasbläserei

  • GlasmacherIn

GlasformerIn und GlasveredlerIn - Schwerpunkt Glasmacherei

  • HohlglasveredlerIn - Glasmalerei

GlasformerIn und GlasveredlerIn - Schwerpunkt Glasmalerei

  • HohlglasveredlerIn - Gravur
  • HohlglasveredlerIn - Kugeln

GlasformerIn und GlasveredlerIn - Schwerpunkt Glasschliff und Glasgravur

 

Der Lehrberuf "GlasformerIn und GlasveredlerIn - Schwerpunkt Glasmacherei" gehört zum Schwerpunkt-Lehrberuf "GlasformerIn und GlasveredlerIn", der folgende vier Schwerpunkte hat:

  1. Glasbläserei
  2. Glasmacherei
  3. Glasmalerei
  4. Glasschliff und Glasgravur

Eine Kombination dieser Schwerpunkte ist NICHT möglich, es können aber einzelne Inhalte der nicht ausgebildeten Schwerpunkte zusätzlich ausgebildet werden.


 

Berufsbeschreibung

GlasformerInnen und GlasveredlerInnen mit Schwerpunkt Glasmacherei stellen verschiedene Gegenstände aus Glasschmelze her, z.B. Vasen, Schüsseln, Krüge, Trinkgläser, Ziergegenstände, Figuren und vieles mehr. Ein typisches Werkzeug ist dabei die sogenannte Glasmacherpfeife, mit der sie ein Stück der erhitzten dickflüssigen Glasmasse ("Glasschmelze") aufnehmen und durch Einblasen von Luft und durch Bearbeitung mit verschiedenen Werkzeugen in die gewünschte Form bringen können (Glasbläserei mit der Glasmacherpfeife). Diese handwerklichen Techniken der Glaserzeugung werden heute wieder häufig angewandt, da die Nachfrage nach kunstvoll gefertigten Glasprodukten zunimmt. Der Schwerpunkt "Glasmacherei" stellt eine wichtige Ergänzung zu den anderen Schwerpunkten im Bereich der Glasformung und Glasveredelung dar (Glasbläserei, Glasmalerei, Glasschliff und Glasgravur), die alle mit der Bearbeitung fertiger Rohprodukte (Hohlglas oder Flachglas) befasst sind (Eingravieren oder Einschleifen von Mustern und Facetten, Bemalen, Beschichten, Verformen, Zuschneiden usw.), während in der Glasmacherei die Produkte direkt aus der Glasschmelze geformt werden.

Die Tätigkeiten der GlasformerInnen und GlasveredlerInnen mit Schwerpunkt Glasmacherei sind vielseitig. Zu unterscheiden ist dabei grundsätzlich zwischen dem Handglasmachen durch Handarbeit und Mundblasen einerseits und dem Maschinenglasmachen andererseits. Das Handglasmachen wird in Glasherstellungsbetrieben ("Glashütten") durchgeführt, die einen sogenannten "Hafenofen" betreiben (ein Hafenofen ist ein spezieller Industrie-Schmelzofen, der zum Schmelzen kleiner Mengen hochwertiger Glassorten wie Farb-, Kunst- oder optischem Glas verwendet wird). Hier wird zunächst das Glasgemenge (eine Mischung aus Quarz, Kalk und Soda/Pottasche) in den sogenannten "Glashafen" (extrem hitzebeständiger Keramiktopf) gefüllt und über Nacht (etwa 10 Stunden) bei Temperaturen von 1430°C bis 1480°C zu blasenfreiem Glas verschmolzen. Nach dem Abkühlen der Glasschmelze auf etwa 1000°C bis 1100°C können die GlasformerInnen und GlasveredlerInnen mit Schwerpunkt Glasmacherei dann ihre Arbeit meist in den frühen Morgenstunden beginnen. Auf einer Arbeitsbühne vor den Hafenöfen arbeiten sie das schmelzflüssige Glas zu Glasendprodukten aus. Unter Handarbeit und Mundblasen versteht man, dass die GlasmacherInnen mit Hilfe einer Glasmacherpfeife (zirka 1,5 Meter langes Rohr mit Mundstück) einen Glastropfen bzw. "Glasposten" aus der zähflüssigen Glasmasse entnehmen und formen. Das Vorformen erfolgt durch ständiges Drehen und Blasen des Stückes Glasmasse im Wälzelholz (oder Löffel), das Fertigformen durch einlegen in den Model (Holz- oder Metallform). Bei mehrteiligen Gläsern, zum Beispiel Kelchgläsern, werden Stiele und Boden von anderen Glasmacherei-Fachkräften durch manuelles Formen bzw. maschinelles Pressen angefertigt. Nach Abschluss der Formgebungsarbeit legen sie die fertigen Artikel mit langen Eisengabeln in den Kühlofen.

Beim Maschinenglasmachen werden alle Produktionsschritte (Glasschmelzung, Heißformgebung, Verarbeitung und Veredlung) von speziellen Produktionsmaschinen und -anlagen teil-/vollautomatisch durchgeführt. Die GlasformerInnen und GlasveredlerInnen mit Schwerpunkt Glasmacherei haben hier die Aufgabe, diese Maschinen und Anlagen zu bedienen, zu programmieren und zu überwachen. Beispiele für Produktionsmaschinen in der Glasproduktion sind: "Speiser" oder "Feeder" (Verbindung zwischen Glasschmelzwanne und Formgebungsmaschine zum Portionieren und Schneiden des geschmolzenen Glases in einzelne Glastropfen), Maschinen zum Glasblasen und Glaspressen (maschinelle Formung flüssiger Glastropfen zu Glasprodukten), Anlagen zur Heißvergütung (Besprühen der noch heißen Glasprodukte mit Metalloxid zur Erhöhung der Festigkeit), Kühlöfen (zur kontrollierten Abkühlung der heißen Glasprodukte) oder Kaltvergütungsanlagen (zum Aufsprühen einer Beschichtung, die Glasprodukte widerstandsfähig gegen Kratzer und Beschädigungen macht). Die GlasformerInnen und GlasveredlerInnen mit Schwerpunkt Glasmacherei führen regelmäßige stichprobenartige Kontrollen an den Zwischenprodukten und den Endprodukten durch, indem sie die Produkte etwa am Leuchtschirm durchleuchten, um Fehler im Glas festzustellen (Risse, Blasen, Einschlüsse) und indem sie die Produkte mit genauen Messmethoden (z.B. Profil-Laser) vermessen. Anhand der Ergebnisse dieser Qualitätskontrollen entwickeln sie gemeinsam mit den MitarbeiterInnen und Vorgesetzten entsprechende Maßnahmen zur Qualitätsverbesserung.

Zusammenfassung der wichtigsten Tätigkeiten der GlasformerInnen und GlasveredlerInnen mit Schwerpunkt Glasmacherei:

  • Bedienen des Schmelzofens zur Herstellung der Glasschmelze (Bestücken, Einstellen, Steuern),
  • Entnehmen und Formen der glühenden Glasmasse mit der Glasmacherpfeife oder anderen Werkzeugen (Aufsetzen und Abschneiden von Glasmassen, Formen, Ziehen oder Pressen von Stielen, Ausformen oder Pressen von Bodenplatten)
  • Aufblasen der Grundform eines Werkstückes mit der Glasmacherpfeife,
  • Formen des Glases mit Formwerkzeugen,
  • Anbringen von Stielen, Bodenplatten, Henkeln und Verzierungen an den Glasprodukten,
  • Feinbearbeiten der Gläser,
  • Qualitätskontrolle,
  • Stapeln und Verpacken der fertigen Produkte,
  • Pflegen, Warten und Instandhalten der Formen,
  • Pflegen, Warten und Instandhalten der Maschinen und Anlagen (Schmelzöfen, Kühlöfen, Kühlbänder, Schmelzwanne usw.).

GlasformerInnen und GlasveredlerInnen mit Schwerpunkt Glasmacherei stellen verschiedene Gegenstände aus Glasschmelze her, z.B. Vasen, Schüsseln, Krüge, Trinkgläser, Ziergegenstände, Figuren und vieles mehr. Ein typisches Werkzeug ist dabei die sogenannte Glasmacherpfeife, mit der sie ein Stück der erhitzten dickflüssigen Glasmasse ("Glasschmelze") aufnehmen und durch Einblasen von Luft und durch Bearbeitung mit verschiedenen Werkzeugen in die gewünschte Form bringen können (Glasbläserei mit der Glasmacherpfeife). Diese handwerklichen Techniken der Glaserzeugung werden heute wieder häufig angewandt, da die Nachfrage nach kunstvoll gefertigten Glasprodukten zunimmt. Der Schwerpunkt "Glasmacherei" stellt eine wichtige Ergänzung zu den anderen Schwerpunkten im Bereich der Glasformung und Glasveredelung dar (Glasbläserei, Glasmalerei, Glasschliff und Glasgravur), die alle mit der Bearbeitung fertiger Rohprodukte (Hohlglas oder Flachglas) befasst sind (Eingravieren oder Einschleifen von Mustern und Facetten, Bemalen, Beschichten, Verformen, Zuschneiden usw.), während in der Glasmacherei die Produkte direkt aus der Glasschmelze geformt werden.

Die Tätigkeiten der GlasformerInnen und GlasveredlerInnen mit Schwerpunkt Glasmacherei sind vielseitig. Zu unterscheiden ist dabei grundsätzlich zwischen dem Handglasmachen durch Handarbeit und Mundblasen einerseits und dem Maschinenglasmachen andererseits. Das Handglasmachen wird in Glasherstellungsbetrieben ("Glashütten") durchgeführt, die einen sogenannten "Hafenofen" betreiben (ein Hafenofen ist ein spezieller Industrie-Schmelzofen, der zum Schmelzen kleiner Mengen hochwertiger Glassorten wie Farb-, Kunst- oder optischem Glas verwendet wird). Hier wird zunächst das Glasgemenge (eine Mischung aus Quarz, Kalk und Soda/Pottasche) in den sogenannten "Glashafen" (extrem hitzebeständiger Keramiktopf) gefüllt und über Nacht (etwa 10 Stunden) bei Temperaturen von 1430°C bis 1480°C zu blasenfreiem Glas verschmolzen. Nach dem Abkühlen der Glasschmelze auf etwa 1000°C bis 1100°C können die GlasformerInnen und GlasveredlerInnen mit Schwerpunkt Glasmacherei dann ihre Arbeit meist in den frühen Morgenstunden beginnen. Auf einer Arbeitsbühne vor den Hafenöfen arbeiten sie das schmelzflüssige Glas zu Glasendprodukten aus. U…

Auf dem Bild ist eine Person zu sehen, die mit einer Schleifmaschine eine Glasscheibe bearbeitet.
© AMS / Chloe Potter
Eine Glaserzeugerin bearbeitet eine Glasscheibe an einer Maschine.
© AMS / DoRo Filmproduktion
Auf dem Bild ist eine Glaserzeugerin zu sehen, die mit der Bearbeitung von Glas beschäftigt ist.
© AMS / DoRo Filmproduktion
  • 3 überfachliche berufliche Kompetenzen
  • Auge-Hand-Koordination
  • Bereitschaft zur Schichtarbeit
  • Körperliche Belastbarkeit
  • 13 In Inseraten gefragte berufliche Kompetenzen
  • Schichtarbeit
  • Bereitschaft zur Schichtarbeit
  • Glasblasen
  • Glasgestaltung
  • Glastechnik
  • Glasveredelung
  • Gravieren
  • Heißveredelungstechniken
  • Herstellung von Maschinenglas
  • Hohlglasmalen
  • Montage von Maschinen und Anlagen
  • Reparatur und Service von Maschinen und Anlagen
  • Sandstrahlen
Auf dem Bild ist eine Person zu sehen, die mit einer Schleifmaschine eine Glasscheibe bearbeitet.
© AMS / Chloe Potter
Eine Glaserzeugerin bearbeitet eine Glasscheibe an einer Maschine.
© AMS / DoRo Filmproduktion
Auf dem Bild ist eine Glaserzeugerin zu sehen, die mit der Bearbeitung von Glas beschäftigt ist.
© AMS / DoRo Filmproduktion