GlasformerIn und GlasveredlerIn - Schwerpunkt Glasbläserei

Berufsbereiche: Bergbau, Rohstoffe, Glas, Keramik, Stein / Medien, Grafik, Design, Druck, Kunst, Kunsthandwerk
Ausbildungsform: Lehre
Lehrzeit: 3 Jahre. ∅ Einstiegsgehalt: € 2.030,- bis € 2.420,- *
* Die Gehaltsangaben entsprechen den Bruttogehältern bzw Bruttolöhnen beim Berufseinstieg. Achtung: meist beziehen sich die Angaben jedoch auf ein Berufsbündel und nicht nur auf den einen gesuchten Beruf. Datengrundlage sind die entsprechenden Mindestgehälter in den Kollektivverträgen (Stand: 2025). Eine Übersicht über alle Einstiegsgehälter finden Sie unter www.gehaltskompass.at. Die Mindest-Löhne und Mindest-Gehälter sind in den Branchen-Kollektivverträgen geregelt. Die aktuellen kollektivvertraglichen Lohn- und Gehaltstafeln finden Sie in den Kollektivvertrags-Datenbanken des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB) und der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ).

Hinweis

Ältere Berufsbezeichnungen:

  • GlasbläserIn und GlasinstrumentenerzeugerIn;
  • GlasmacherIn
  • HohlglasveredlerIn - Glasmalerei
  • HohlglasveredlerIn - Gravur
  • HohlglasveredlerIn - Kugeln

 

Der Lehrberuf "GlasformerIn und GlasveredlerIn" mit seinen 4 Schwerpunkten "Glasbläserei", "Glasmacherei", "Glasmalerei" und "Glasschliff und Glasgravur" ersetzt seit 1. Juli 2026 folgende Vorläufer-Lehrberufe: "GlasbläserIn und GlasinstrumentenerzeugerIn", "GlasmacherIn", "HohlglasveredlerIn - Glasmalerei", "HohlglasveredlerIn - Gravur" und "HohlglasveredlerIn - Kugeln".

Lehrlinge der Vorläuferlehrberufe müssen nach der alten Ausbildungsordnung weiter ausgebildet werden und können bis ein Jahr nach Ablauf der vereinbarten Lehrzeit zur Lehrabschlussprüfung nach der alten Prüfungsordnung antreten. Dies trifft auch für Lehrlinge zu, deren vereinbarte Lehrzeit in einem der neuen Lehrberufe/Ausbildungsordnungen bereits vor dem 1. Juli 2027 endet (z.B. wegen Anrechnung von Lehr-/Ausbildungszeiten). Wenn die Lehre in einem der auslaufenden Lehrberufe unterbrochen wurde und später dann nach der neuen Ausbildungsordnung fortgesetzt wird, wird die bereits absolvierte Lehrzeit auf den entsprechenden Schwerpunkt voll angerechnet.

Personen, welche die Lehrabschlussprüfung in einem der Vorläufer-Lehrberuf abgelegt haben, dürfen die folgenden neuen Berufsbezeichnungen führen:

LehrabschlussprüfungBerufsbezeichnung
  • GlasbläserIn und GlasinstrumentenerzeugerIn

GlasformerIn und GlasveredlerIn - Schwerpunkt Glasbläserei

  • GlasmacherIn

GlasformerIn und GlasveredlerIn - Schwerpunkt Glasmacherei

  • HohlglasveredlerIn - Glasmalerei

GlasformerIn und GlasveredlerIn - Schwerpunkt Glasmalerei

  • HohlglasveredlerIn - Gravur
  • HohlglasveredlerIn - Kugeln

GlasformerIn und GlasveredlerIn - Schwerpunkt Glasschliff und Glasgravur

 

Der Lehrberuf "GlasformerIn und GlasveredlerIn - Schwerpunkt Glasbläserei" gehört zum Schwerpunkt-Lehrberuf "GlasformerIn und GlasveredlerIn", der folgende vier Schwerpunkte hat:

  1. Glasbläserei
  2. Glasmacherei
  3. Glasmalerei
  4. Glasschliff und Glasgravur

Eine Kombination dieser Schwerpunkte ist NICHT möglich, es können aber einzelne Inhalte der nicht ausgebildeten Schwerpunkte zusätzlich ausgebildet werden.


 

Berufsbeschreibung

GlasformerInnen und GlasveredlerInnen mit Schwerpunkt Glasbläserei stellen spezielle Glasprodukte für die Laborarbeit (in Chemie-/Medizin-/Physik-Labors) sowie für die Medizintechnik her, aber auch Vasen, Raumschmuck, Kerzenhalter oder Plastiken (z.B. Figuren) aus Glas. In der Laborarbeit in wissenschaftlichen und medizinischen Forschungslabors sowie in Forschungs- und Entwicklungslabors von Industriebetrieben (v.a. Chemie-, Pharma- und Lebensmittel-Industrie) wird eine große Vielfalt an unterschiedlichen und speziell geformten Glas-Apparaten, Glas-Instrumenten und Glas-Behältern benötigt, die auch je nach Verwendungszweck ganz besondere Anforderungen erfüllen müssen (z.B. Hitzebeständigkeit, Säurefestigkeit usw.). Beispiele sind etwa Destillationsapparate (zur Trennung flüssiger Stoffgemische durch Erhitzen), Reagenzgläser bzw. Eprouvetten (kleine röhrenförmige Glasbehälter zum Mischen, Erhitzen oder Aufbewahren von Flüssigkeiten), Schüttelgläser ("Erlenmeyerkolben"), Glasschalen ("Petrischalen" zur Kultivierung von Bakterien, Pilzen usw.) und ganze Systeme aus verschiedenen Glasgefäßen und Glasröhren zur Beobachtung chemischer Reaktionen. Auch bestimmte Labor-Messgeräte gehören hierher, z.B. Labor-Glasthermometer (Präzisions-Thermometer mit sehr hoher Genauigkeit), Aräometer (zum Messen der Dichte von Flüssigkeiten) oder Manometer (Druckmesser). Auch in der Medizintechnik wird eine Reihe besonderer Glasgefäße benötigt, z.B. spezielle Infusionsgefäße (zum Verabreichen von Flüssigkeiten, Nährstoffe oder Medikamenten direkt in die Blutgefäße), medizinische Pipetten (Glasröhrchen zum Transportieren genau abgemessener Flüssigkeitsmengen) oder Tropfenzähler (Glasröhrchen zum Messen/Dosieren geringer Flüssigkeitsmengen).

GlasformerInnen und GlasveredlerInnen mit Schwerpunkt Glasbläserei verwenden als Ausgangsmaterial für ihre Arbeit meist vorgefertigte Glasstäbe und Glasröhren, die sie zunächst entsprechend den Anforderungen des jeweiligen Auftrags auswählen. Für Apparate und Instrumente, die starke Hitze und Chemikalien aushalten müssen, dient Hartglas als Ausgangsmaterial; besonders hitzebeständig ist z.B. Quarzglas, das etwa für Verbrennungsröhren verwendet wird. Bei der Glasbearbeitung werden sodann verschiedene Techniken der Kaltbehandlung und der Warmbehandlung angewendet. Bei der Kaltbearbeitung wird das Glas mit speziellen Glasmessern bzw. Abschneidemaschinen geschnitten, geschliffen und - falls erforderlich - durch Bohren mit Öffnungen und Löchern versehen. Bei der Warmbearbeitung wird das Glas mit einem Gasbrenner (der sogenannten "Lampe") in einen zähflüssigen Zustand gebracht, um es verformbar zu machen. An der Farbe des erhitzten Glases kann die richtige Bearbeitungstemperatur festgestellt werden. Die folgende Aufzählung von Glas-Bearbeitungstechniken und Arbeitsschritten zeigt die Vielfalt der Tätigkeiten der GlasformerInnen und GlasveredlerInnen mit Schwerpunkt Glasbläserei: Trennen (Teilen von Glasröhren, Glasstäben und Glashohlkörpern durch Anritzen und Brechen, durch Absprengen mittels Erhitzen und Abkühlen oder durch Scheiden mit einer diamantbesetzten Trennscheibe), Spitzen ziehen (Erhitzen und Auseinanderziehen eines Glasrohrs zur Verringerung des Innen-Durchmessers), Herstellen von Vollglaskugeln aus Glasstäben (Herstellung von Glaskugeln aus dichtem Glas ohne Hohlraum durch Erhitzen, Drehen bzw. "Wickeln" und ständiges Vergrößern), Herstellen von Hohlglaskugeln aus Glasröhren (durch Erhitzen und durch "Aufblasen" einer Glasröhre zu einer Kugel), Mischen von Farbglasstäben zu neuen Farben (Erhitzen und Mischen verschiedenfärbiger Farbglasstäbe), Zusammensetzen (dauerhaftes Verbinden von zwei oder mehreren separaten Glasteilen, z.B. Glasrohren und Glasgefäßen, durch Erhitzen und Verschmelzen), Verformen (Formen des erhitzten Glases zu Kugeln, Trichtern usw.), Ansetzen (Verschmelzen bzw. Verbinden von zwei Glasteilen), Aufblasen (Herstellen von Hohlkörpern durch Einblasen von Luft in die zähflüssige Glasmasse bzw. in eine erhitzte Glasröhre), Verbinden (Zusammenfügen von zwei Glasteilen durch Verschmelzen oder Verkleben), Biegen (Verformen von Glasröhren/Glasstäben durch Erhitzen, Anlegen an eine Biegeform und langsames Kühlen in einem Abkühlofen bzw. "Temperofen"), Verschmelzen (Verbinden von Glasteilen mit sehr hoher Temperatur von 600 bis 900 Grad), Abkühlen (kontrolliertes, schrittweises Absenken der Temperatur frisch geformter Glasstücke, um ein Zerspringen zu verhindern), Entspannen (Abbauen von Materialspannungen in einem Werkstück durch langsames Erhitzen und kontrolliertes Abkühlen im Kühlofen bzw. "Temperofen"), Abdrehen (Abtrennen eines Glasstücks durch "Thermo-Schock", der durch das Berühren der Trennstelle mit einem kalten Werkzeug - Zange oder Schere - ausgelöst wird, und durch gleichzeitiges Drehen des Glasrohres), Löten (Verbinden von Glasteilen durch Auftragen von Glaspulverpaste auf die Verbindungsstelle und anschließendes Brennen in einem Brennofen), Kleben (Anfügen eines Glasteils an der erhitzten Kontaktstelle eines anderen Glasgegenstandes durch Verschmelzen).

GlasformerInnen und GlasveredlerInnen mit Schwerpunkt Glasbläserei beherrschen auch unterschiedliche Glasdekortechniken. Darunter sind alle Verfahren zur Formgebung, Bemalung, Verzierung und Veredelung von Glas zu verstehen. Dabei unterscheidet man Heißglas-Techniken und Kaltglas-Techniken. Während die Kaltglas-Techniken von anderen Schwerpunkten des Lehrberufs "GlasformerIn und GlasveredlerIn" abgedeckt werden ("Glasmalerei" und "Glasschliff und Glasgravur"), befasst sich der Schwerpunkt "Glasbläserei" mit den Heißglastechniken, die das Erhitzen des Glases erfordern. Beispiele sind das Aufschmelzen andersfarbiger Glasfäden und Glasbänder auf einen Glaskörper ("Fadendekor" bzw. "Auflegearbeiten"), das Erzeugen von Noppendekor durch Einblasen des erhitzten Glases in Formen mit Noppen- oder Rippenmuster, oder das Herstellen von "Eisglas" durch Abschrecken heißer Glasgegenstände in kaltem Wasser (dadurch entsteht ein feines Netz aus Sprüngen, die beim anschließenden Erhitzen und Weiterblasen eine eisartige Struktur bilden).

GlasformerInnen und GlasveredlerInnen mit Schwerpunkt Glasbläserei stellen spezielle Glasprodukte für die Laborarbeit (in Chemie-/Medizin-/Physik-Labors) sowie für die Medizintechnik her, aber auch Vasen, Raumschmuck, Kerzenhalter oder Plastiken (z.B. Figuren) aus Glas. In der Laborarbeit in wissenschaftlichen und medizinischen Forschungslabors sowie in Forschungs- und Entwicklungslabors von Industriebetrieben (v.a. Chemie-, Pharma- und Lebensmittel-Industrie) wird eine große Vielfalt an unterschiedlichen und speziell geformten Glas-Apparaten, Glas-Instrumenten und Glas-Behältern benötigt, die auch je nach Verwendungszweck ganz besondere Anforderungen erfüllen müssen (z.B. Hitzebeständigkeit, Säurefestigkeit usw.). Beispiele sind etwa Destillationsapparate (zur Trennung flüssiger Stoffgemische durch Erhitzen), Reagenzgläser bzw. Eprouvetten (kleine röhrenförmige Glasbehälter zum Mischen, Erhitzen oder Aufbewahren von Flüssigkeiten), Schüttelgläser ("Erlenmeyerkolben"), Glasschalen ("Petrischalen" zur Kultivierung von Bakterien, Pilzen usw.) und ganze Systeme aus verschiedenen Glasgefäßen und Glasröhren zur Beobachtung chemischer Reaktionen. Auch bestimmte Labor-Messgeräte gehören hierher, z.B. Labor-Glasthermometer (Präzisions-Thermometer mit sehr hoher Genauigkeit), Aräometer (zum Messen der Dichte von Flüssigkeiten) oder Manometer (Druckmesser). Auch in der Medizintechnik wird eine Reihe besonderer Glasgefäße benötigt, z.B. spezielle Infusionsgefäße (zum Verabreichen von Flüssigkeiten, Nährstoffe oder Medikamenten direkt in die Blutgefäße), medizinische Pipetten (Glasröhrchen zum Transportieren genau abgemessener Flüssigkeitsmengen) oder Tropfenzähler (Glasröhrchen zum Messen/Dosieren geringer Flüssigkeitsmengen).

GlasformerInnen und GlasveredlerInnen mit Schwerpunkt Glasbläserei verwenden als Ausgangsmaterial für ihre Arbeit meist vorgefertigte Glasstäbe und Glasröhren, die sie zunächst entsprechend den Anforderungen des jeweiligen Auftrags auswählen. Für Apparate und Instrumente, die starke Hitze und Chemikalien aushalten müssen, dient Hartglas als Ausgangsmaterial; besonders hitzebeständig ist z.B. Quarzglas, das etwa für Verbrennungsröhren verwendet wird. Bei der Glasbearbeitung werden sodann verschiedene Techniken der Kaltbehandlung und der W…

Auf dem Bild ist eine Person zu sehen, die mit einer Schleifmaschine eine Glasscheibe bearbeitet.
© AMS / Chloe Potter
Ein Mann arbeitet konzentriert mit Glasplatten.
© AMS / Chloe Potter
  • 4 überfachliche berufliche Kompetenzen
  • 1
    • Farbgefühl
  • Auge-Hand-Koordination
  • Handwerkliches Geschick
  • Körperliche Belastbarkeit
  • 18 In Inseraten gefragte berufliche Kompetenzen
  • Schichtarbeit
  • Bereitschaft zur Schichtarbeit
  • Kunsthandwerkskenntnisse
  • Einrichten von Maschinen und Anlagen
  • Flachglasveredelung
  • Glasapparatebau
  • Glasschleifen
  • Glasschmelzen
  • Glastechnik
  • Glasveredelung
  • Gravieren
  • Heißglasbearbeitung
  • Herstellung von Maschinenglas
  • Kaltglasbearbeitung
  • Labortechnik
  • Mundglasblasen
  • Reparatur von Glasapparaten
  • Rohstoffaufbereitung
Auf dem Bild ist eine Person zu sehen, die mit einer Schleifmaschine eine Glasscheibe bearbeitet.
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Ein Mann arbeitet konzentriert mit Glasplatten.
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