FahrzeugtechnikerIn - Schwerpunkt Karosserietechnik

Berufsbereiche: Maschinenbau, Kfz, Metall
Ausbildungsform: Lehre
Lehrzeit: 4 Jahre. ∅ Einstiegsgehalt: € 2.880,- bis € 2.900,- *
* Die Gehaltsangaben entsprechen den Bruttogehältern bzw Bruttolöhnen beim Berufseinstieg. Achtung: meist beziehen sich die Angaben jedoch auf ein Berufsbündel und nicht nur auf den einen gesuchten Beruf. Datengrundlage sind die entsprechenden Mindestgehälter in den Kollektivverträgen (Stand: 2025). Eine Übersicht über alle Einstiegsgehälter finden Sie unter www.gehaltskompass.at. Die Mindest-Löhne und Mindest-Gehälter sind in den Branchen-Kollektivverträgen geregelt. Die aktuellen kollektivvertraglichen Lohn- und Gehaltstafeln finden Sie in den Kollektivvertrags-Datenbanken des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB) und der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ).

Hinweis

Ältere Berufsbezeichnungen: KraftfahrzeugelektrikerIn, KraftfahrzeugmechanikerIn, KraftfahrzeugtechnikerIn, KarosseurIn, KarosseriebautechnikerIn

 


 

Der Lehrberuf "Fahrzeugtechnik" ersetzt ab 1.7.2026 die beiden Lehrberufe "Kraftfahrzeugtechnik" (Hauptmodule "Motorradtechnik", "Nutzfahrzeugtechnik" und "Personenkraftwagentechnik") und "Karosseriebautechnik". Lehrlinge dieser Vorläuferlehrberufe müssen nach der alten Ausbildungsordnung weiter ausgebildet werden, wenn ihr erstes Lehrjahr vor dem 1. Juli 2027, ihr zweites Lehrjahr vor dem 1. Juli 2028 oder ihr drittes Lehrjahr vor dem 1. Juli 2029 enden würde; sie können bis ein Jahr nach Ablauf der vereinbarten Lehrzeit zur Lehrabschlussprüfung nach der alten Prüfungsordnung antreten. Falls Lehrlinge der Vorläuferlehrberufe nach einer Lehrzeitunterbrechung die Lehre im neuen Lehrberuf "Fahrzeugtechnik" fortsetzen wollen, wird die bereits zurückgelegte Lehrzeit voll angerechnet.

Personen, die die Lehrabschlussprüfung in einem Vorläufer-Lehrberuf abgelegt haben, dürfen die folgenden Berufsbezeichnungen führen:

LehrabschlussprüfungBerufsbezeichnung
1. Kraftfahrzeugtechnik - Hauptmodul Personenkraftwagentechnik Fahrzeugtechnik - Schwerpunkt Personenkraftwagentechnik
2. Kraftfahrzeugtechnik - Hauptmodul Nutzfahrzeugtechnik Fahrzeugtechnik - Schwerpunkt Nutzfahrzeugtechnik
3. Kraftfahrzeugtechnik - Hauptmodul Motorradtechnik Fahrzeugtechnik - Schwerpunkt Motorradtechnik
4. Karosseriebautechnik Fahrzeugtechnik - Schwerpunkt Karosserietechnik

 

Der Lehrberuf "Fahrzeugtechnik" hat folgende 4 Schwerpunkte:

  1. Personenkraftwagentechnik
  2. Nutzfahrzeugtechnik
  3. Motorradtechnik
  4. Karosserietechnik

Eine Kombination dieser Schwerpunkte ist NICHT möglich, es können aber einzelne Inhalte der nicht ausgebildeten Schwerpunkte zusätzlich ausgebildet werden.

 


Berufsbeschreibung

Der Lehrberuf "Fahrzeugtechnik" kann in folgenden 4 Spezialisierungen ("Schwerpunkten") erlernt und ausgeübt werden:

  • Personen-Kraftfahrzeuge (PKWs) (Autos zur Personen-Beförderung, z.B. Limousine, SUV, Van, Kombi, Cabrio);
  • Nutzfahrzeuge (LKWs) (Straßenfahrzeuge zur Beförderung von Lasten, z.B. Lastautos, Sattelschlepper, Feuerwehr- und Rettungswagen, Autobusse, Pickups);
  • Motorräder (einspurige motorisierte Straßenfahrzeuge, z.B. Cruiser, Tourer, Enduro, Superbike, Chopper);
  • Karosserietechnik (als "Karosserie" wird der gesamte Fahrzeugaufbau aus Stahlblech, Aluminiumblech oder Kuststoff bezeichnet, also z.B. bei PKWs die Fahrgastkabine, die Kotflügel, die Motorhaube und der Kofferraum).

Unabhängig von der Spezialisierung erlernen alle Fahrzeugtechnik-Lehrlinge die Grundlagen der Fahrzeugtechnik, die Werkstatttechnik sowie den Umgang mit Hochvolt-Systemen.

Grundlagen der Fahrzeugtechnik:

  • Gesamtaufbau eines Fahrzeuges: Bauformen und Bauweisen des Fahrzeugaufbaus; Antriebseinheit (Motor), Antriebsstrang (Kraftübertragung), Fahrwerk (Räder, Lenkung), Fahrzeugaufbau (Boden, Karosserie, Radkasten, Fensterscheiben), elektrische Anlagen, Sicherheitssysteme, Filter (Luft- und Abgasfilter, Kraftstoff- und Schmierölfilter usw.), Betriebsstoffe (Schmiermittel, Kühlmittel);
  • Motoren: Verbrennermotoren (Otto- und Dieselmotor), Elektromotoren, Hybridelektroantriebe mit Brennstoffzellen; Motormechanik; Abgasanlage;
  • Kraftübertragungs-Teile: Kupplung, Getriebe, Differential, Antriebswelle, Fahrwerk (Lenkung, Radaufhängung, Achsen, Federung, Bremsen, Räder, Reifen);
  • elektrische Systeme: Batterie, Generatoren ("Lichtmaschine"), Beleuchtung (Scheinwerfersysteme), elektrisches Bordnetz; Steuergeräte (zur Steuerung von Motor, Getriebe, Klimaanlage und Fahrwerk);
  • Komfort- und Sicherheitssysteme: z.B. Klimaanlage (Heizung, Kühlung), Navigationsgeräte, Autoradio, Antiblockiersystem (ABS) und elektronische Stabilitätsprogramme (ESP) zur Regelung von Bremsdruck und Motorleistung (Verhindern ein Schleudern des Fahrzeugs); Assistenzsysteme (z.B. Abstandsregler, Notbremsassistent, Spurhalteassistent, Einparkhilfe);
  • Informationstechnik: Messung und Anzeige verschiedener Messwerte des Fahrzeuges (z.B. verschiedene Motororen-Werte wie Drehzahl, Temperatur, Öldruck oder Abgaswerte, Füllstände von Kraftstoff und Motoröl, Reifendruck, Geschwindigkeit usw.).
  • Werkstattabläufe: Auftragsabwicklung (Erfassen der Kunden- und Fahrzeugdaten am Computer, Ermitteln des Reparaturaufwandes, Auftragsannahme, Werkstattauftrag, Materialbeschaffung, Reparatur, Altteilentsorgung, Probefahrt, Rechnung); betriebliche Lagerwirtschaft (Ersatzteile, Werkstoffe, Hilfsstoffe); betrieblicher Warenfluss (Anforderung von Ersatzteilen für Reparaturaufträge, Bereitstellung von hergestellten Neuteilen).

Werkstatttechnik:

  • Technische Unterlagen: Verwenden von Werkstattinformationssystemen, Zeichnungen, Normen, Vorschriften, Bedienungsanleitungen, Plänen und Schaltplänen; Beachten der Fahrzeugherstellervorgaben;
  • Messtechnik: Ermitteln von mechanischen und elektrischen Werten mit Prüf- und Messgräten, Dokumentieren der Ergebnisse;
  • Bearbeitungsverfahren: händisches und maschinelles Bearbeiten von Fahrzeugbauteilen mit Handwerkzeugen, Geräten und Maschinen;
  • Verbindungstechniken: Herstellen lösbarer und unlösbarer Verbindungen, z.B. Montage von Ersatzteilen oder neu hergestellten Teilen.

Umgang mit Hochvolt-Systemen:
(Hochvolt-Systeme bzw. HV-Systeme sind die Antriebsnetze in Elektro- und Hybridfahrzeugen mit einer Spannung von 400 bis 800 Volt; da bei unsachgemäßer Handhabung dieser Hochvoltsysteme absolute Lebensgefahr besteht, dürfen Arbeiten daran ausschließlich von speziell geschultem Fachpersonal durchgeführt werden):

  • physikalischen Grundlagen der Elektrotechnik
  • Fahrzeuge mit Hochvolt-Systemen;
  • Hochvolt-Bauteile;
  • Energiespeichertechnologien;
  • Messgeräte für das Arbeiten mit Hochvolt-Systemen;
  • Wirkung und Gefahren von Hochvolt-Systemen für den menschlichen Körper;
  • Schutzausrüstung und Schutzmaßnahmen bei Arbeiten mit Hochvolt-Systemen;
  • Erste-Hilfe-Maßnahmen bei Stromunfällen;
  • Sicherheitseinrichtungen eines Hochvolt-Systems;
  • Brandursachen bei Hochvolt-Systemen;
  • Verknüpfung zwischen elektrischem Bord-Netz und Hochvolt-System;

 

Die Hauptaufgabe der FahrzeugtechnikerInnen mit Schwerpunkt Karosserietechnik ist die Reparatur von Fahrzeugkarosserien (der Begriff "Karosserie" bezeichnet den Fahrzeugaufbau aus Stahlblech, Aluminiumblech oder Kuststoff, also z.B. bei PKWs vor allem Fahrgastkabine, Kotflügel, Motorhaube und Kofferraum). Sie erledigen aber auch Umrüst- und Nachrüstarbeiten, also die Änderung oder den Umbau von Karosserien; Beispiele dafür sind etwa der Einbau von Schiebedächern oder der Einbau von Hebebühnen in Transportfahrzeugen. Ein spezielles Aufgabengebiet sind die Aufbauten von Spezialfahrzeugen wie etwa bei Möbelwagen, Kühlwagen, Feuerwehrwagen, Krankenwagen, Straßenreinigungsfahrzeugen, Fahrzeugen der Müllabfuhr, Transportfahrzeugen für Flüssigkeiten (Wasser, Öl, Benzin) und Anhänger für Nutzfahrzeuge. Die Beschäftigungsbetriebe sind meistens entweder auf die Reparatur oder auf die Herstellung von Karosserien spezialisiert, wobei die Reparaturbetriebe überwiegen. Die beruflichen Aufgaben und Tätigkeiten der FahrzeugtechnikerInnen mit Schwerpunkt Karosserietechnik hängen daher stark von der Spezialisierung des Beschäftigungsbetriebes ab.

Vor Beginn der Reparaturarbeiten an schadhaften und beschädigten Fahrzeugen suchen die FahrzeugtechnikerInnen zunächst nach Schäden an Einzelbaugruppen des Fahrzeugaufbaus (z.B. Träger, Kotflügel, Radkasten, Bodengruppe, Bleche, Rahmen, Säulen, Schweller, Verstärkungen) oder der Fahrzeugverglasung. Dabei verwenden sie bestimmte Prüf- und Messgeräte, z.B. Multimeter (elektronisches Vielfachmessgerät zur messung mehrerer elektrischer Größen), Fahrzeugsystemtester (Diagnosegerät zur Überprüfung elektrischer/elektronischer Systeme von Kraftfahrzeugen) sowie mechanische, optische oder elektronische Karosserie-Messsysteme (Präzisionswerkzeuge, die in der Unfallinstandsetzung und im Karosseriebau eingesetzt werden, um die Rahmenstruktur eines Fahrzeugs exakt zu vermessen und selbst kleinste Verformungen zu erkennen). Die FahrzeugtechnikerInnen erstellen die Fehlerdiagnose und dokumentieren die jeweiligen Prüfergebnisse in einem Prüfbericht

Bei der Reparatur schadhafter Fahrzeuge müssen die FahrzeugtechnikerInnen für Karosserietechnik zuerst einmal die schadhaften Teile der Einzelbaugruppen des Fahrzeugaufbaus demontieren oder heraustrennen (z.B. Träger, Kotflügel, Radkasten, Bodengruppe, Bleche, Rahmen, Säulen, Schweller bzw. Türschwellen, Verstärkungen). Diese schadhaften Teile (z.B. durch einen Unfall verbeulte Bleche) müssen sie entweder rückverformen bzw. "ausbeulen" (durch Ziehen, Hämmern oder Hitzeeinwirkung) oder - wenn die Beschädigungen zu arg sind - neu herstellen, z.B. aus Blech (Stahlblech, Aluminiumblech) oder Kunststoffmaterial. Beim Rückverfomen und bei der Neuherstellen von Karosserieteilen wenden sie eine Vielzahl verschiedener Bearbeitungsverfahren mit Handwerkzeugen, handgeführten Maschinen und Maschinen an. Solche Blechbearbeitungsverfahren sind z.B. das Richten (Zurückverformen von verzogenen Fahrzeugrahmen oder Längsträgern nach einem Unfall), das Stauchen (Verdichten und Zusammenziehen von verbeultem Blech, z.B. durch Bearbeiten mit einem Karosseriehammer), das Schweifen (Erzeugen von Wölbungen und gebogenen Rändern an Blechteilen, z.B. mit dem Schweifhammer oder mit Spezialmaschinen), das Treiben (Umformen von Blech durch Hämmern), das Schlichten (Feinglätten von Blechoberflächen, um Unebenheiten, Beulen oder Werkzeugspuren zu entfernen), das Bördeln (Einrollen von Kanten), das Abkanten (Biegen von Blech entlang einer exakten Linie, meist auf einer Abkantpresse), das Absetzen (stufenförmiges Verformen des Blechrandes), das Spannen (Formen/Strecken von Blech durch Hämmern), das Sicken (Erzeugen von rinnenartigen Vertiefungen oder Erhöhungen in einem Blech zur Erhöhung der Steifigkeit), das Runden (Rundbiegen von Blech) und das Einziehen (Stauchen eines Blechrandes).

Die FahrzeugtechnikerInnen für Karosserietechnik montieren die reparierten oder neu hergestellten Karosserieteile sowie die Ersatzteile, indem sie die Teile durch lösbare und unlösbare Verbindungen am Fahrzeug befestigen. Teile, die mit "lösbaren" Verbindungen befestigt sind, können leicht wieder abgenommen werden, weil sie nur mit Schrauben, Klemmen und Schnappvorrichtungen befestigt sind. Bei "unlösbaren" Verbindungsarten werden die Teile dagegen fest mit dem Fahrzeug verbunden, z.B. durch Nieten, Löten oder Schweißen.

Ein wichtiger und häufiger Aufgabenbereich der FahrzeugtechnikerInnen für Karosserietechnik betrifft die Reparatur und den Tausch der Fahrzeugverglasung, wobei zu unterscheiden ist zwischen der Windschutzscheibe aus Verbundglas (kann repariert werden) und Seiten- und Heckscheiben aus Einscheibensicherheitsglas (kann nicht repariert werden und muss daher ausgetauscht werden). Die FahrzeugtechnikerInnen demontieren zunächst die beschädigten Fahrzeugverglasungen. Wenn eine Reparatur möglich ist, reinigen sie die beschädigte Stelle und füllen sie mit einem transparenten Spezialharz aus, das unter UV-Licht aushärtet; anschließend montieren sie die reparierte Scheibe wieder. Wenn keine Reparatur möglich ist, montieren sie eine neue Scheibe.

FahrzeugtechnikerInnen für Karosserietechnik sind weiters auch für die Reparatur der elektrischen Fahrzeugsysteme, Komfortsysteme und Sicherheitssysteme zuständig. Zu den elektrischen Fahrzeugsystemen gehören die Beleuchtung und die Spannungsversorgung, bestehend aus einer Vielzahl von Einzelbaugruppen (Leuchtmittel, Scheinwerfersysteme, Batterien, Generatoren, Bordnetz, elektrische Motoren, Sensoren). Zu den elektrischen Komfortsystemen gehören z.B. Infotainmentsysteme (zentraler Touchscreen zur Anzeige von Informationen und zur Unterhaltung, z.B. mit Radio, Streaming und Smartphone-Verbindung, Navigationssystem), bestimmte Komfortsysteme (z.B. Klimaautomatik, Sitzheizung und Sitzbelüftung, Lenkradheizung, Elektrische Fensterheber, Soft-Close-Automatik zum leisen Schließen der Türen, Einparkhilfe und Rückfahrkamera, Regensensor usw.) sowie Belüftung, Heizung und Klimatisierung. Die elektrischen/elektronischen Sicherheitssysteme umfassen z.B. Rückhaltesysteme (z.B. Sicherheitsgurte, Gurtstraffer und Gurtkraftbegrenzer), Airbag-Systeme, Pre-Crash-Systeme (zur automatischen Erkennung und Vermeidung von Unfallsituationen mittels Kamera und Radar sowie zur Verringerung der Unfallfolgen, z.B. durch Straffung der Sicherheitsgurte und Notbremsung), Post-Crash-Systeme (z.B. automatisches Abbremsen des Fahrzeugs nach einem Unfall), Fahrerassistenzsysteme (z.B. Notbremsungsassistent, Spurhalteassistent, Müdigkeitserkennung, Geschwindigkeitsassistent, Rückfahrassistent, Abstandsregeltempomat, Totwinkelwarner, Verkehrszeichenerkennung, Parkassistent) und Diebstahlschutzsysteme.

Ein weiterer wichtiger Tätigkeitsbereich der FahrzeugtechnikerInnen für Karosserietechnik ist das Behandeln von Oberflächen von Karosserie- und Fahrzeugbauteilen, um Beschädigungen (leichtere Unfallschäden, Unebenheiten, Dellen, Kratzer, Hagelschäden) auszugleichen. Dabei prüfen sie zunächst den Zustand und die Eigenschaften der Oberflächen, die beschichtet werden sollen, und führen die Vorbehandlung durch (Reinigen, Entfetten). Dann gleichen sie die Oberflächenschäden mit verschiedenen Füllmaterialien aus, die sie teils selbst mischen und zubereiten, z.B. Spachtelmassen (Mischung aus Polyester und Härter), Kitte (Klebe- und Dichtmasse zum Abdichten von Fugen) und Kunstharze (z.B. Epoxidharze zur Grundierung). Anschließend schleifen sie die derart behandelten Flächen ab und bedecken bzw. bekleben die umgebenden Bereiche/Teile, die nicht beschichtet werden sollen, mit Schutzmaterial. Schließlich bringen sie das Beschichtungsmaterial (Rostschutz, Lack) in mehreren Schichten auf: Grundbeschichtung (zum Korrosionsschutz), Zwischenbeschichtung (Haftgrund für den Lack), Schlussbeschichtung (Basislack zur Farbgebung, Klarlack zur Versiegelung bzw. zum Schutz vor UV-Strahlung, Kratzern und Witterung). FahrzeugtechnikerInnen für Karosserietechnik bringen auch Schmuckformen, Linierungen oder Beschriftungen auf Karosserien auf, wobei sie besondere Mal- und Spritztechniken anwenden (z.B. Airbrush-Technik, Effekt-Lackierung, Folierung bzw. Car Wrapping).

Eine wichtige Aufgabe der FahrzeugtechnikerInnen für Karosserietechnik ist schließlich auch die Durchführung von Korrosionsschutzmaßnahmen an den Fahrzeugen. Als "Korrosion" bezeichnet man bei Fahrzeugen die langsame Zerstörung (das "Verrosten") von Metallteilen durch Feuchtigkeit, Sauerstoff und Streusalze. Am häufigsten sind die Flächenkorrosion (Metallflächen mit beschädigten Lackstellen, unbehandelter Unterboden), die Spaltenkorrosion (in engen Zwischenräumen, wo sich Feuchtigkeit ansammeln kann) und die Lochfraßkorrosion (infolge beschädigter Schutzschichten, z.B. am Auspuff). Die wichtigste Methode zur Verhinderung von Korrosion ist das Auftragen einer Schutzschicht (Lack, Unterbodenschutz).

Der Lehrberuf "Fahrzeugtechnik" kann in folgenden 4 Spezialisierungen ("Schwerpunkten") erlernt und ausgeübt werden:

  • Personen-Kraftfahrzeuge (PKWs) (Autos zur Personen-Beförderung, z.B. Limousine, SUV, Van, Kombi, Cabrio);
  • Nutzfahrzeuge (LKWs) (Straßenfahrzeuge zur Beförderung von Lasten, z.B. Lastautos, Sattelschlepper, Feuerwehr- und Rettungswagen, Autobusse, Pickups);
  • Motorräder (einspurige motorisierte Straßenfahrzeuge, z.B. Cruiser, Tourer, Enduro, Superbike, Chopper);
  • Karosserietechnik (als "Karosserie" wird der gesamte Fahrzeugaufbau aus Stahlblech, Aluminiumblech oder Kuststoff bezeichnet, also z.B. bei PKWs die Fahrgastkabine, die Kotflügel, die Motorhaube und der Kofferraum).

Unabhängig von der Spezialisierung erlernen alle Fahrzeugtechnik-Lehrlinge die Grundlagen der Fahrzeugtechnik, die Werkstatttechnik sowie den Umgang mit Hochvolt-Systemen.

Grundlagen der Fahrzeugtechnik:

  • Gesamtaufbau eines Fahrzeuges: Bauformen und Bauweisen des Fahrzeugaufbaus; Antriebseinheit (Motor), Antriebsstrang (Kraftübertragung), Fahrwerk (Räder, Lenkung), Fahrzeugaufbau (Boden, Karosserie, Radkasten, Fensterscheiben), elektrische Anlagen, Sicherheitssysteme, Filter (Luft- und Abgasfilter, Kraftstoff- und Schmierölfilter usw.), Betriebsstoffe (Schmiermittel, Kühlmittel);
  • Motoren: Verbrennermotoren (Otto- und Dieselmotor), Elektromotoren, Hybridelektroantriebe mit Brennstoffzellen; Motormechanik; Abgasanlage;
  • Kraftübertragungs-Teile: Kupplung, Getriebe, Differential, Antriebswelle, Fahrwerk (Lenkung, Radaufhängung, Achsen, Federung, Bremsen, Räder, Reifen);
  • elektrische Systeme: Batterie, Generatoren ("Lichtmaschine"), Beleuchtung (Scheinwerfersysteme), elektrisches Bordnetz; Steuergeräte (zur Steuerung von Motor, Getriebe, Klimaanlage und Fahrwerk);
  • Komfort- und Sicherheitssysteme: z.B. Klimaanlage (Heizung, Kühlung), Navigationsgeräte, Autoradio, Antiblockiersystem (ABS) und elektronische Stabilitätsprogramme (ESP) zur Regelung von Bremsdruck und Motorleistung (Verhindern ein Schleudern des Fahrzeugs); Assistenzsysteme (z.B. Abstandsregler, Notbremsassistent, Spurhalteassistent, Einparkhilfe);
  • Informationstechnik: Messung und Anzeige verschiedener Messwerte des Fahrzeuges (z.B. verschiedene Motororen-Werte wie Drehzahl, Temperatur, Öldruck oder Abgaswerte, Füllstän…
Auf dem Bild sind Metalltechniker zu sehen, die an Drehmaschinen arbeiten.
© AMS / Reinhard Mayr / Das Medienstudio
Ein Metalltechniker arbeitet an einer Drehmaschine.
© AMS / Reinhard Mayr / Das Medienstudio
Auf dem Bild ist ein Metalltechniker zu sehen, der an einer Metallsäge arbeitet.
© AMS / Reinhard Mayr / Das Medienstudio
Auf dem Bild ist ein Karosseriebautechniker zu sehen, der an einem Auto arbeitet und an einem Scheinwerfer schraubt.
© AMS / Das Medienstudio
Auf dem Bild ist ein Karosseriebautechniker zu sehen, der mit einem Schraubendreher an einem Autoscheinwerfer arbeitet.
© AMS / Das Medienstudio
Das Bild zeigt zwei Schlosser im Metallbereich, die in einer Werkstatt an Zahnrädern arbeiten und dabei präzise Messwerkzeuge verwenden.
© AMS / DoRo Filmproduktion
  • 3 überfachliche berufliche Kompetenzen
  • 1
    • Körperkraft
  • Räumliches Vorstellungsvermögen
  • Vorausschauendes Denken
  • 11 In Inseraten gefragte berufliche Kompetenzen
  • Schichtarbeit
  • Bereitschaft zur Schichtarbeit
  • Fahrzeugbaukenntnisse
  • Autogenschweißen
  • Blechbearbeitung
  • Hydrauliktechnik
  • Kfz-Spenglerei
  • Löten
  • Montage von Baugruppen und Bauteilen
  • Pneumatiktechnik
  • WIG-Schweißen
Auf dem Bild sind Metalltechniker zu sehen, die an Drehmaschinen arbeiten.
© AMS / Reinhard Mayr / Das Medienstudio
Ein Metalltechniker arbeitet an einer Drehmaschine.
© AMS / Reinhard Mayr / Das Medienstudio
Auf dem Bild ist ein Metalltechniker zu sehen, der an einer Metallsäge arbeitet.
© AMS / Reinhard Mayr / Das Medienstudio
Auf dem Bild ist ein Karosseriebautechniker zu sehen, der an einem Auto arbeitet und an einem Scheinwerfer schraubt.
© AMS / Das Medienstudio
Auf dem Bild ist ein Karosseriebautechniker zu sehen, der mit einem Schraubendreher an einem Autoscheinwerfer arbeitet.
© AMS / Das Medienstudio
Das Bild zeigt zwei Schlosser im Metallbereich, die in einer Werkstatt an Zahnrädern arbeiten und dabei präzise Messwerkzeuge verwenden.
© AMS / DoRo Filmproduktion